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Ich bin erschöpft – woran kann das liegen?

Erschöpfung ist ein Symptom und keine Diagnose. Mögliche Einflüsse reichen von Schlafmangel und Dauerstress über Eisen-, Vitamin-B12- oder Schilddrüsenwerte bis zu Infekten und Medikamenten. In der funktionellen Medizin wird zusätzlich der Energiestoffwechsel der Zellen betrachtet, also die Mitochondrien. Anhaltende Erschöpfung gehört zuerst ärztlich abgeklärt.

Von Yesha KarmeliVeröffentlicht am

Ich bin erschöpft – woran kann das liegen?

Müde, antriebslos, schnell erschöpft – viele Menschen kennen das, und für manche ist es zum Dauerzustand geworden. Die ehrliche Antwort auf die Frage „Woran liegt das?“ lautet: Es gibt selten nur einen Grund. Erschöpfung ist ein Symptom, hinter dem sehr unterschiedliche Dinge stehen können.

Mögliche Einflussfaktoren

  • Schlaf und Rhythmus: zu wenig, zu unregelmäßig oder nicht erholsam, etwa bei nächtlichen Atempausen (Schlafapnoe).
  • Dauerstress: körperlich und seelisch. Wer lange „unter Strom“ steht, merkt die Folgen oft erst verzögert. Mehr dazu in unserem Beitrag zu Burnout und auf der Seite Erschöpfung, Burnout & Energie.
  • Laborwerte: zum Beispiel Eisenspeicher (Ferritin), Vitamin B12, Vitamin D, Schilddrüsenhormone, Blutzucker.
  • Infekte und Entzündungsprozesse: auch nach einer überstandenen Infektion kann Erschöpfung lange bleiben.
  • Medikamente: manche Arzneimittel können Müdigkeit als Nebenwirkung haben oder den Nährstoffhaushalt beeinflussen.
  • Seelische Belastung: Niedergeschlagenheit und Erschöpfung gehen oft Hand in Hand und gehören bei Verdacht in fachliche Hände.

Was haben Mitochondrien damit zu tun?

In fast jeder Körperzelle arbeiten Mitochondrien. Sie wandeln Nährstoffe und Sauerstoff in ATP um, den universellen Energieträger der Zelle. Besonders viele davon sitzen in Zellen mit hohem Energiebedarf: Muskeln, Nerven, Herz und Gehirn.

Für diesen Prozess werden Bausteine und Helfer benötigt, unter anderem B-Vitamine, Magnesium, Eisen, Coenzym Q10 und Carnitin. Fehlen sie, oder ist der Stoffwechsel durch anhaltende Belastung gefordert, kann das den Energiestoffwechsel beeinflussen. In der funktionellen Medizin wird deshalb gefragt, warum jemand müde ist, und nicht nur, ob er es ist. Ausführlicher beschreiben wir das in unseren Beiträgen zu Mitochondrien-Medizin und zu mitochondrialer Medizin.

Wichtig zur Einordnung: Eine angeborene, nachgewiesene Mitochondriopathie ist eine seltene Erkrankung, die in spezialisierten ärztlichen Zentren festgestellt wird. Der Begriff „Mitochondrien-Medizin“ wird in der Naturheilkunde weiter gefasst und beschreibt die Betrachtung von Einflüssen auf den Energiestoffwechsel. Beides ist nicht dasselbe.

Was Sie selbst beobachten können

  • Wann am Tag ist die Müdigkeit am stärksten: morgens, nachmittags, nach dem Essen?
  • Wie schlafen Sie ein und durch, und fühlen Sie sich morgens erholt?
  • Gibt es einen Auslöser, etwa einen Infekt, eine Phase mit viel Belastung, ein neues Medikament?
  • Verschlechtert sich der Zustand deutlich nach körperlicher oder geistiger Anstrengung, und hält das Tage an? Das sollten Sie ärztlich ansprechen.

Wann eine ärztliche Abklärung wichtig ist

Bitte suchen Sie zeitnah ärztlichen Rat bei ungewolltem Gewichtsverlust, Fieber, Nachtschweiß, Atemnot, Brustschmerz, neu auftretenden Lähmungen oder Sehstörungen, bei anhaltender Niedergeschlagenheit oder Gedanken, sich etwas anzutun. Erschöpfung allein darf kein Grund sein, diese Zeichen zu übergehen.

So gehen wir in der Natura Heilpraxis vor

Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch über Verlauf, Alltag, Schlaf, Ernährung und Belastungen. Je nach Situation kommt funktionelle Labordiagnostik hinzu. Die Werte werden gemeinsam eingeordnet; wie Sie Ihre Werte lesen können, zeigt unsere Seite Biomarker verstehen. Für Menschen, die aus Daueranspannung wieder in einen Rhythmus finden möchten, beschreibt die Nullpunkt-Methode unseren schrittweisen Weg. Die Besprechung ersetzt keine ärztliche Diagnostik.

Häufige Fragen

Wie lange ist Müdigkeit normal, bevor ich etwas abklären lassen sollte?

Hält die Erschöpfung länger als zwei bis drei Wochen an, trotz ausreichend Schlaf, oder schränkt sie den Alltag ein, ist eine Abklärung sinnvoll. Bei Warnzeichen wie ungewolltem Gewichtsverlust, Fieber, Nachtschweiß oder Atemnot sollte sie umgehend erfolgen.

Was sind Mitochondrien?

Mitochondrien sind Zellbestandteile, in denen aus Nährstoffen und Sauerstoff der Energieträger ATP entsteht. Sie werden deshalb oft als Kraftwerke der Zelle bezeichnet. Für diesen Prozess werden unter anderem B-Vitamine, Magnesium, Eisen und Coenzym Q10 benötigt.

Kann eine Mitochondriopathie durch einen Heilpraktiker festgestellt werden?

Angeborene mitochondriale Erkrankungen sind selten und werden in spezialisierten ärztlichen Zentren diagnostiziert. In der funktionellen Medizin wird der Begriff teils weiter gefasst und meint Einflussfaktoren auf den Energiestoffwechsel. Beides sollte nicht verwechselt werden.

Ersetzt eine funktionelle Abklärung den Arztbesuch?

Nein. Sie ergänzt die ärztliche Diagnostik. Organische Ursachen wie Blutarmut, Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes oder Depression gehören in ärztliche Hand.

Alle Fragen & Antworten im Ratgeber →

Fachlich verantwortlich: Yesha Karmeli, Heilpraktiker, Natura Heilpraxis Berlin. Dieser Text informiert allgemein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

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