
Fast jeder Mensch kennt Kopfschmerzen. Bei manchen werden sie zu einem festen Bestandteil des Lebens. Weil es über 200 Kopfschmerzformen gibt, ist die Einordnung Sache der Ärztin oder des Arztes. Was Sie vorab tun können: gut beobachten und aufschreiben.
Warnzeichen: sofort ärztlich abklären
Rufen Sie den Notruf 112 oder suchen Sie unverzüglich eine Notaufnahme auf bei:
- plötzlichem, stärkstem Kopfschmerz, wie nie zuvor („Donnerschlag“)
- Kopfschmerz nach Sturz oder Schlag auf den Kopf
- Fieber mit Nackensteifigkeit
- Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen, Verwirrtheit, Krampfanfall
Zeitnah ärztlich abklären sollten Sie außerdem Kopfschmerzen, die neu nach dem 50. Lebensjahr auftreten, die sich schrittweise verschlimmern oder deren Muster sich deutlich ändert.
Das Kopfschmerztagebuch
Ein einfaches Tagebuch über vier bis acht Wochen reicht. Notieren Sie je Attacke:
- Datum, Uhrzeit, Dauer
- Stärke (0 bis 10) und Lage (einseitig, beidseitig, Stirn, Nacken)
- Art des Schmerzes: pulsierend, drückend, stechend
- Begleitsymptome: Übelkeit, Licht- oder Lärmempfindlichkeit, Flimmern oder Sehstörungen vor der Attacke (Aura)
- mögliche Einflüsse: Schlaf, Mahlzeiten, Flüssigkeit, Koffein, Alkohol, Stress, Zyklus, Wetter, Bildschirmzeit
- eingenommene Schmerzmittel mit Menge und Wirkung
Häufig diskutierte Einflussfaktoren
Die folgenden Punkte werden im Zusammenhang mit Kopfschmerzen genannt. Sie sind keine Diagnose, sondern Anhaltspunkte für das Gespräch:
- unregelmäßiger Schlaf, ausgelassene Mahlzeiten, zu wenig Trinken
- Anspannung im Nacken- und Schulterbereich, Kieferpressen
- Hormonschwankungen im Zyklus
- Sehprobleme und lange Bildschirmarbeit
- Stress und seelische Belastung (Seelenarbeit, Mental Coaching)
- Mikronährstoffe wie Magnesium und Vitamin B2, die in Studien untersucht wurden. Eine Einnahme sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abstimmen.
Schmerzmittel nicht zu häufig
Wer sehr oft zu Schmerzmitteln greift, riskiert einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz. Als Faustregel nennen Fachgesellschaften: einfache Schmerzmittel an höchstens 14 Tagen im Monat, Triptane und Kombinationspräparate an höchstens 9 Tagen. Wenn Sie in diese Nähe kommen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was wir in der Natura Heilpraxis ergänzend tun
Zusätzlich zur ärztlichen Abklärung besprechen wir Alltag, Schlaf, Ernährung, Belastungen und Laborwerte, zum Beispiel Eisen, Schilddrüse, Vitamine und Mineralstoffe. Welche Messung sinnvoll ist, zeigt die Besprechung. Weiteres lesen Sie in unserem kurzen Beitrag Kopfschmerzen und Migräne. Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.
Häufige Fragen
Wie unterscheide ich Migräne von Spannungskopfschmerz?
Migräne ist meist einseitig, pulsierend und mittelstark bis stark, oft mit Übelkeit sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit, und verschlechtert sich bei Bewegung. Spannungskopfschmerz ist eher beidseitig, drückend oder ziehend und leichter bis mittelstark. Eine sichere Zuordnung trifft die Ärztin oder der Arzt.
Wann ist Kopfschmerz ein Notfall?
Bei plötzlichem, nie zuvor erlebtem stärkstem Kopfschmerz, nach einem Sturz oder Schlag, bei Fieber mit Nackensteifigkeit, bei Lähmung, Sprach- oder Sehstörungen, Verwirrtheit oder Krampfanfall rufen Sie den Notruf 112.
Können Schmerzmittel selbst Kopfschmerzen auslösen?
Ja. Nach den Kriterien der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft kann ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz entstehen, wenn einfache Schmerzmittel an 15 oder mehr Tagen im Monat oder Triptane und Kombinationspräparate an 10 oder mehr Tagen im Monat eingenommen werden. Besprechen Sie die Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was kann ich im Alltag beobachten?
Schlafzeiten, Mahlzeitenabstände, Flüssigkeit, Koffein, Alkohol, Zyklus, Bildschirmzeit, Nacken- und Kieferverspannung sowie Stressphasen. Notieren Sie, was vor einer Attacke lag, und halten Sie fest, was Sie eingenommen haben.
Alle Fragen & Antworten im Ratgeber →
Fachlich verantwortlich: Yesha Karmeli, Heilpraktiker, Natura Heilpraxis Berlin. Dieser Text informiert allgemein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

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