
„Entgiftung“ ist ein beliebter Begriff, der viel verspricht und wenig erklärt. Sinnvoller ist die Frage: Wie baut der Körper Fremdstoffe eigentlich ab, wovon hängt das ab, und wie lässt sich eine mögliche Belastung seriös messen?
Die körpereigenen Wege
- Leber: verstoffwechselt Fremdstoffe in zwei Schritten. Zuerst werden sie umgebaut, dann an körpereigene Moleküle gekoppelt, damit sie ausgeschieden werden können.
- Nieren: filtern wasserlösliche Stoffe und scheiden sie über den Urin aus.
- Darm: Gallenflüssigkeit und Stuhl sind ein weiterer Ausscheidungsweg. Verstopfung kann die Passage verlängern.
- Haut und Lunge: spielen in geringerem Umfang eine Rolle.
Glutathion: ein körpereigener Helfer
Glutathion besteht aus den Aminosäuren Glutamat, Cystein und Glycin und wird in den Zellen selbst gebildet. Es ist am antioxidativen Schutz der Zellen beteiligt und an der Kopplungsreaktion in der Leber. Für seine Bildung und seinen Kreislauf werden unter anderem Selen, Zink, B-Vitamine und schwefelhaltige Aminosäuren benötigt. Mehr dazu in unseren Beiträgen zu Glutathion und zum Glutathionstoffwechsel.
Wichtig: Wie gut dieses System arbeitet, hängt von Ernährung, Alter, Genetik, Medikamenten und Belastungen ab. Pauschale Versprechen, ein bestimmtes Mittel „reinige“ den Körper, sind deshalb nicht seriös.
Woher Schwermetalle kommen können
- Quecksilber: große Raubfische, ältere Amalgamfüllungen (mehr zu Amalgam)
- Blei: alte Wasserleitungen, bestimmte Farben und Importwaren
- Cadmium: Zigarettenrauch, manche Lebensmittel
- Arsen: teils in Reis und Reisprodukten
- Aluminium: Verpackungen, Kosmetika, Arzneimittel (Beitrag zu Aluminium)
Eine Quelle zu kennen ist wichtiger, als sofort etwas „auszuleiten“. Wer die Quelle vermeidet, setzt am Anfang an.
Wie man eine Belastung seriös misst
Je nach Metall kommen Blut-, Urin- oder Haaruntersuchungen in Frage. Die Ergebnisse werden mit Referenzbereichen des Labors verglichen und im Zusammenhang mit Beschwerden, Vorgeschichte und Ernährung gelesen. Sogenannte Provokationstests, bei denen vor der Urinprobe ein Chelatbildner gegeben wird, werden von umweltmedizinischen Fachgesellschaften kritisch gesehen, weil die Ergebnisse schwer einzuordnen sind. Wir lassen deshalb zuerst ohne Provokation messen und besprechen die Aussagekraft vorab.
Und die Chelattherapie?
Die Chelattherapie ist ein Verfahren, bei dem Substanzen gegeben werden, die Metalle binden. Sie hat mögliche Nebenwirkungen und sollte nur nach vorheriger Messung, mit ärztlicher Abstimmung und fachlicher Begleitung erwogen werden. Ob sie für Sie überhaupt in Frage kommt, beantwortet nur ein Befund, nicht ein Internet-Artikel.
Wann ärztliche Abklärung wichtig ist
Bei Verdacht auf eine akute Vergiftung (plötzliche Beschwerden nach Kontakt mit Chemikalien, Metallen oder Pilzen), bei Kindern und in der Schwangerschaft wenden Sie sich bitte umgehend an Ärztin, Arzt oder die Giftnotrufzentrale. Bei langjährigen, unklaren Beschwerden gehört die umweltmedizinische Abklärung in ärztliche Hand; wir ergänzen sie auf Wunsch mit funktioneller Labordiagnostik.
Häufige Fragen
Was ist Glutathion?
Glutathion ist ein kleines Molekül aus drei Aminosäuren (Glutamat, Cystein und Glycin), das der Körper selbst bildet. Es ist am antioxidativen Schutz der Zellen und an der Verstoffwechselung von Fremdstoffen in der Leber beteiligt.
Woher kommen Schwermetalle im Alltag?
Mögliche Quellen sind unter anderem Quecksilber in großen Raubfischen und alten Amalgamfüllungen, Blei aus alten Wasserleitungen, Cadmium im Zigarettenrauch, Arsen in Reis und Aluminium in manchen Produkten. Für die meisten Menschen liegen die Werte im Bereich geringer Hintergrundbelastung.
Wie wird eine Schwermetallbelastung festgestellt?
Üblich sind Messungen in Blut, Urin oder Haaren, je nach Metall und Fragestellung. Die Ergebnisse müssen mit Vorgeschichte und Referenzbereichen eingeordnet werden. Urintests nach Gabe eines Chelatbildners (Provokationstest) werden von Fachgesellschaften abgelehnt, weil die Ergebnisse schwer zu bewerten sind.
Ist eine Ausleitung mit Chelatbildnern sinnvoll?
Das lässt sich nur im Einzelfall nach Befund beurteilen. Chelattherapie ist ein Verfahren mit möglichen Nebenwirkungen und gehört nicht ohne vorherige Messung und fachliche Begleitung angewendet.
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Fachlich verantwortlich: Yesha Karmeli, Heilpraktiker, Natura Heilpraxis Berlin. Dieser Text informiert allgemein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

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