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Quecksilber und Blei: Die unsichtbare Belastung und die Entgiftungskapazität

Quecksilber und Blei gelangen vor allem über Fisch, Zahnfüllungen, alte Wasserleitungen, Farben und Importprodukte in den Körper. Ob eine Belastung vorliegt, zeigen Messungen in Blut oder Urin. Der Körper scheidet solche Stoffe über Leber, Niere und Darm aus, wofür unter anderem das Antioxidans Glutathion gebraucht wird. Eine akute Vergiftung ist ein medizinischer Notfall; bei einem Verdacht auf Belastung steht die ärztliche Abklärung am Anfang.

Von Yesha KarmeliVeröffentlicht am

Quecksilber und Blei: Die unsichtbare Belastung und die Entgiftungskapazität

Schwermetalle sind ein Thema, das schnell Angst macht, weil man sie weder sieht noch schmeckt. Dabei lohnt ein nüchterner Blick: Wo begegnen wir Quecksilber und Blei, was lässt sich messen, und was kann der Körper selbst leisten?

Woher die Belastung kommen kann

  • Quecksilber: große Raubfische wie Schwertfisch, Hai oder Thunfisch (Methylquecksilber), außerdem Quecksilberdampf aus Amalgamfüllungen. Mehr dazu im Beitrag Amalgam und Quecksilber.
  • Blei: Trinkwasser aus alten Bleileitungen, ältere Farben und Lacke, Keramik mit bleihaltiger Glasur, Munition, manche importierte Gewürze, Spielzeuge oder Kosmetika. Hintergründe: Bleivergiftung.
  • Weitere Quellen: Berufliche Kontakte, Rauchen (Cadmium) und Altlasten im Boden.

Die gute Nachricht: In Deutschland sind die Belastungen durch Grenzwerte und Verbote in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken. Es gibt aber weiterhin Einzelfälle, in denen sich eine Nachfrage lohnt, etwa bei einem Altbau mit alten Leitungen.

Mögliche Anzeichen und warum sie unspezifisch sind

Bei erhöhter Belastung werden unter anderem Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Missempfindungen, Verdauungsbeschwerden oder Blutarmut beschrieben. Alle diese Zeichen haben viele andere, häufigere Ursachen. Sie allein belegen deshalb keine Schwermetallbelastung, und eine Messung ist nur dann sinnvoll, wenn es einen konkreten Anlass gibt, zum Beispiel eine bekannte Quelle oder eine passende Vorgeschichte.

Was sich messen lässt

  • Blut: sinnvoll für Blei und für die jüngere Belastung mit Quecksilber, etwa durch Fischverzehr.
  • Urin: wird für Quecksilber aus Amalgam und weitere Metalle genutzt.
  • Haar: zeigt eher äußere Verunreinigung als die innere Belastung und ist deshalb nur eingeschränkt aussagekräftig.

Wichtig zur Einordnung: Von Provokationstests, bei denen erst ein Chelatbildner gegeben und danach im Urin gemessen wird, raten Fachgesellschaften ab. Die Werte sind nicht verlässlich einer tatsächlichen Körperbelastung zuzuordnen. Wir verwenden das Verfahren nicht. Eingeordnet wird immer anhand der Referenzbereiche des Labors; wir legen keine eigenen Grenzwerte fest.

Entgiftungskapazität und Glutathionstoffwechsel

Der Körper hat ein eigenes System, mit Fremdstoffen umzugehen. Die Leber wandelt sie in zwei Schritten um und macht sie ausscheidungsfähig; Niere und Darm übernehmen den Abtransport. In der zweiten Phase spielt Glutathion eine Hauptrolle: ein Eiweißbaustein aus den Aminosäuren Glutamat, Cystein und Glycin, der zugleich als Antioxidans arbeitet. Für seinen Stoffwechsel werden außerdem Selen, Vitamin C, B-Vitamine und Magnesium benötigt.

Wie belastbar dieses System ist, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch: durch Erbanlagen, Ernährung, Alkohol, Medikamente, Infekte und die Gesamtbelastung. Ausführlich erklären wir das in den Beiträgen Entgiftungskapazität, Glutathion und Einführung in den Glutathionstoffwechsel. Über Schwermetalle und Umweltgifte allgemein lesen Sie auch in unserem Beitrag Schwermetalle, Umweltgifte und Ausscheidung.

Was Sie selbst tun können

  • Bei Altbauten das Trinkwasser prüfen lassen und morgens abgestandenes Wasser ablaufen lassen.
  • Große Raubfische selten essen, kleinere Fische wie Hering oder Makrele bevorzugen. Schwangere und Stillende beachten die Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung.
  • Auf Herkunft und Prüfzeichen bei Spielzeug, Keramik und Kosmetik achten.
  • Ausreichend Eiweiß, Gemüse (insbesondere Kohl- und Zwiebelgewächse) und eine regelmäßige Verdauung unterstützen die körpereigenen Abläufe im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung.
  • Rauchen vermeiden und Alkohol begrenzen.

Wann ärztliche Hilfe wichtig ist

Nach einem akuten Kontakt mit Quecksilberdampf, Bleistaub oder verschluckten Mengen, bei starken Bauchkrämpfen, Erbrechen, Verwirrtheit oder Krampfanfällen gilt: Notruf 112 oder Giftnotruf. Bei einem begründeten Verdacht auf dauerhafte Belastung, bei Kindern und in der Schwangerschaft beginnen wir mit der ärztlichen Abklärung. Ausleitende Verfahren wie die Chelattherapie sind Eingriffe mit Risiken. Sie kommen nur bei nachgewiesener Belastung und nach sorgfältiger Abwägung infrage.

Begleitung in der Natura Heilpraxis

In der Anamnese klären wir mögliche Quellen und den Anlass. Bei Bedarf veranlassen wir eine passende Labordiagnostik und ordnen die Ergebnisse gemeinsam mit Ihnen ein. Das ersetzt keine ärztliche Behandlung.

Häufige Fragen

Woher kommen Quecksilber und Blei im Alltag?

Quecksilber stammt vor allem aus großen Raubfischen (als Methylquecksilber) und aus Amalgamfüllungen (als Dampf). Blei findet sich in alten Wasserleitungen, älteren Farben, Keramikglasuren, Munition und in manchen Importprodukten, Spielzeug oder Kosmetika. In Deutschland sind die Belastungen durch Verbote und Grenzwerte deutlich zurückgegangen.

Wie lässt sich eine Belastung messen?

Üblich sind Blut- und Urinuntersuchungen, die ein akkreditiertes Labor auswertet. Welche Probe sinnvoll ist, hängt vom Stoff ab: Blei wird meist im Blut bestimmt, Quecksilber je nach Fragestellung im Blut oder Urin. Die Einordnung erfolgt anhand der vom Labor oder vom Umweltbundesamt angegebenen Referenzbereiche.

Was halten Sie von Provokationstests mit Chelatbildnern?

Dabei wird ein Chelatbildner gegeben und danach im Urin gemessen. Medizinische Fachgesellschaften und Umweltmediziner raten von diesem Vorgehen ab, weil die Ergebnisse nicht zuverlässig mit einer tatsächlichen Belastung zusammenhängen. Wir stützen uns deshalb auf Messungen ohne Provokation.

Was ist die Entgiftungskapazität?

Gemeint ist die Fähigkeit des Körpers, Fremdstoffe umzubauen und auszuscheiden. Beteiligt sind vor allem Leber, Niere und Darm sowie Enzymsysteme, die Stoffe in zwei Schritten umwandeln und an Moleküle wie Glutathion koppeln. Wie gut das im Einzelfall funktioniert, hängt von Genetik, Ernährung, Medikamenten und Belastung ab.

Wann ist Blei oder Quecksilber ein Notfall?

Bei akuten Beschwerden nach einem Kontakt, etwa Bauchkrämpfen, Erbrechen, Verwirrtheit oder Krampfanfällen, sollten Sie sofort den Notruf 112 oder die Giftnotrufzentrale wählen. Bei Kindern und in der Schwangerschaft ist besondere Vorsicht geboten.

Alle Fragen & Antworten im Ratgeber →

Fachlich verantwortlich: Yesha Karmeli, Heilpraktiker, Natura Heilpraxis Berlin. Dieser Text informiert allgemein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

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