Präbiotika
Präbiotika – Einordnung und Bedeutung für den Darm
Probiotika sind vielen Menschen bereits bekannt und werden häufig im Zusammenhang mit Verdauung und Darmflora genannt. Weniger geläufig ist der Begriff Präbiotika. Dabei handelt es sich um spezielle, nicht verdauliche Nahrungsbestandteile, die im Darm eine wichtige Rolle spielen.
Präbiotika sind bestimmte Ballaststoffe, die den menschlichen Dünndarm unverändert passieren und erst im Dickdarm von dort ansässigen Mikroorganismen verstoffwechselt werden. Sie dienen ausgewählten Darmbakterien als Nahrungsquelle und tragen so dazu bei, das Gleichgewicht der Darmflora zu unterstützen.
Das Ökosystem Darm besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Mikroorganismen. Diese Gesamtheit wird als Darmflora oder Darmmikrobiom bezeichnet. Ihre Zusammensetzung ist individuell und verändert sich im Laufe des Lebens. Verschiedene äußere Faktoren wie einseitige Ernährung, anhaltender Stress, Umweltbelastungen oder bestimmte Medikamente können dieses Gleichgewicht beeinflussen. Kommt es dabei zu einer Verschiebung der Bakterienzusammensetzung, spricht man von einer Dysbalance der Darmflora.
Eine gestörte Darmflora kann sich durch unterschiedliche, meist unspezifische Beschwerden bemerkbar machen.
Mögliche Begleiterscheinungen einer gestörten Darmflora
Bauchschmerzen
Blähungen
Durchfall oder Verstopfung
Übelkeit
Erbrechen
Kopfschmerzen oder Migräne
Müdigkeit
Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Entzündliche Veränderungen im Darm
Hinweise auf eine eingeschränkte Nährstoffversorgung
Diese Symptome können viele Ursachen haben und sollten immer im Gesamtkontext betrachtet werden.
Ernährung und Präbiotika im Alltag
Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung ist eine zentrale Grundlage für eine stabile Darmflora. Präbiotisch wirksame Lebensmittel können Bestandteil einer solchen Ernährungsweise sein. Dazu zählen unter anderem:
Äpfel
Sie enthalten Pektin, einen Ballaststoff, der im Dickdarm von Bakterien verwertet wird. Besonders pektinreich ist die Schale, weshalb Äpfel möglichst ungeschält verzehrt werden.
Fermentierte Lebensmittel
Sauerkraut, Kimchi oder andere fermentierte Gemüsesorten enthalten mikrobiell veränderte Bestandteile, die im Rahmen einer abwechslungsreichen Ernährung genutzt werden können.
Kartoffeln
Gekochte und anschließend abgekühlte Kartoffeln enthalten resistente Stärke. Diese wird nicht im Dünndarm verdaut, sondern steht Mikroorganismen im Dickdarm zur Verfügung.
Hefe
Bestimmte Hefestämme werden im ernährungswissenschaftlichen Kontext untersucht, da sie im Darmmilieu mit anderen Mikroorganismen konkurrieren können.
Präbiotikareiches Gemüse
Gemüsesorten wie Artischocken, Schwarzwurzeln, Chicorée, Topinambur, Zwiebeln, Knoblauch oder Löwenzahnwurzel enthalten Inulin und andere präbiotische Ballaststoffe, die im Dickdarm verstoffwechselt werden.
Individuelle Betrachtung der Darmgesundheit
Bei ausgeprägten oder länger anhaltenden Beschwerden kann eine differenzierte Betrachtung der Darmflora sinnvoll sein. In der naturheilkundlichen Praxis werden hierfür unter anderem Stuhluntersuchungen herangezogen, um Hinweise auf die Zusammensetzung der Darmflora, entzündliche Prozesse oder weitere funktionelle Auffälligkeiten zu erhalten.
Diese Ergebnisse dienen der orientierenden Einschätzung und werden in der Regel im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes besprochen und eingeordnet.

